Transaktionsanalyse für's Ohr

Podcast

11. Februar 2020

Functional Fluency: es müssen nicht immer Ich-Zustände sein

Episode 089

Wir unterhalten uns über das Functional Fluency Modell, das von Susannah Temple als Alternative zum Funktionsmodell der Ich-Zustände entwickelt hat.


Functional Fluency

Das Functional Fluency Modell wurde von Susannah Temple ursprünglich für den Bereich der Pädagogik entwickelt. Mittlerweile findet das Modell auch in anderen Feldern Anwendung. Temple erhielt für ihren Beitrag zur Transaktionsanalyse 2003 die EATA Silbermedaille und den Eric Berne Memorial Award im Jahr 2014.

Grundlage des Modells bilden die Ich-Zuständen. Es ist Susannah Temples Anliegen, konzeptionelle Unklarheiten der Ich-Zustandsmodelle (gleiches Modell für Struktur und Verhalten) aufzuheben und gleichzeitig neutralere Bezeichnungen einzuführen.

Das Functional Fluency Modell umfasst drei Ebenen:

Erste Ebene: Drei Kategorien des Funktionierens

  • Soziale Verantwortung
  • Realitätseinschätzung
  • Selbstverwirklichung

Zweite Ebene: Fünf Elemente des Funktionierens

  • Steuerung
  • Fürsorge
  • „Accounting“
  • sozialisiertes Selbst
  • natürliches Selbst

Dritte Ebene: Neun Verhaltensmodi

Positive Modi

  • Strukturgebender Modus
  • Nährender Modus
  • Klärender Modus
  • Kooperativer Modus
  • Spontaner Modus

Negative Modi

  • Dominierender Modus
  • Überverwöhnender Modus
  • Überangepasster / widerspenstiger Modus
  • Unreifer Modus

Höre unser Gespräch und erfahre mehr über das
Functional Fluency Modell!


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  • Herzlichen Dank Christin und Jürg, für diese hilfreiche Einführung in das FF-Model!

    Als Connector für Functional Fluency für den deutschsprachigen Raum habe ich viele Antworten auf die aufgeworfenen Fragen.

    So fragt ihr euch z.B., wo die Grenzen sind, was effektiv ist, was "unreif" bedeutet. Das Wort "unreif" stößt ja oft auf Unverständnis. Susannah versteht darunter, dass es noch nicht entwickelte Anteile sind. Themen, mit denen man sich in der Selbstverwirklichung noch nicht ausreichend beschäftigt hat, Energie, die man/frau bisher noch nicht für sich selbst aufbrachte. Vielleicht hilft das als Richtung bei euren Trainings.

    Auch viele andere eurer Fragen hat Susannah wissenschaftlich mit ihrer Doktorarbeit und in späteren Studien untersucht.

    So hat sie zwar ursprünglich die Ich-Zustände evaluieren und nachweisen wollen, aber eben durch eine wissenschaftliche Vorgehensweise andere Konstrukte herausgefunden. Die sich eben NICHT auf das Funktionsmodell legen lassen. Zusammengefasst ist das FF Modell eine Verhaltensbeschreibung der Möglichkeiten im ER (strukturell) mit Hinweis auf das Vorkommen von Trübungen (ineffektive Modi).Dazu gibt es auch schöne Bilder.

    Eine Orientierung über "Was ist effektiv in meinem Verhalten, was weniger wirksam?" erhalten Klienten, wenn sie das actometrische Instrument TIFF (Temple Index of Functional Fluency, ein online-Fragebogen) ausfüllen. Im anschließenden Coaching erhält der Klient die coachende Hilfe, seine/ihre Themen zu identifizieren und sich der eigenen Stärken bewusst zu werden.

    Für den Coach bietet das entsprechende TIFF-Beratertraining Antworten auf alle von euch zu Recht aufgeworfenen Fragen und noch viel mehr. Hier der link zum nächsten Programm:
    https://coachingsupervision.de/lizensierung-zum-tiff-berater/

    Herzlich, Jutta Kreyenberg

    • Herzlichen Dank für dein Feedback und die zusätzlichen Erläuterungen, liebe Jutta.

      Ich freue mich, dich bald im Podcast begrüssen zu dürfen, um mit dir da FF-Modell in einer weiteren Episode zu besprechen.

      Bis bald, herzlicher Gruss
      Jürg

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